Klage gegen Mobbing

Aus unserem Forum auf http:www.schueler-mobbing.de

Ich bin 20 Jahre alt und besuche aktuell die 11. Klasse einer Fachoberschule.
Das war allerdings nicht immer so. Bis Anfang 2003 war ich Schüler der 12. Klasse eines Beruflichen Gymnasiums.
4 meiner ehemaligen Mitschüler fingen im Sommer 2002 an mich massiv zu mobben, so das ich Anfang 2003 die Schule aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste. Heute kann ich darüber sprechen, wobei es mir immernoch schwer fällt.

Ich diesem halben Jahr in dem die 4 mich fertig gemacht haben (durch Sprüche, mit Müll beworfen, Sachen geklaut, Schulsachen zerstört, verschimmelte Brote in meine Schultasche getan, meine Getränke verunreinigt, Essensreste auf meinen Stuhl legten und vieles vieles mehr und zwar Tag für Tag) kam es bei mir zu massiven Problemen. Meinen Noten wurden schlechter, ich war immer angespannt, hatte schon Abends Angst vor dem nächsten Schultag, konnte nicht mehr Schlafen usw.

Das ging dann so weit,dass ich Anfang 2003 einen Zusammenbruch hatte und krankgeschrieben wurde. In der Folgezeit 2003 wurde bei mir bedingt durch das Mobbing eine schwere Depression und eine Angst-Panikstörung diagnostiziert. Trotz ambulanter psychotherapeutischer Behandlung kam es weiter zu einer Verschlechterung meines Zustands, so das ich ab Juni 2003 bis Ende August 2003 stationär in einer Klinik behandelt werden musste und bis letzten Sommer schulunfähig war. Dadurch habe ich also 2 Jahre meiner Ausbildung verloren und musste letzten Sommer nochmal von vorn anfangen.

Ich habe jedoch die 4 Schüler beim Landgericht Koblenz verklagt und eine Anzeige wegen Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft eingereicht.

Im letzten und diesen Jahr waren mehrere Verhandlungtage, es wurden ehemalige Mitschüler der Klasse, ehmalige Lehrer, die 4 und auch ich gehört.

Die Zeugen haben größtenteils die Handlungen der 4 gegen mich bestätigt haben aber natürlich auch gesagt, dass nicht nur ich sondern jeder mal eine Attacke abbekommen hat, wenn es gegen mich auch extremer gewesen sei. Mein Nachteil war natürlich, dass die Klasse inklusive der 4 ohne mich noch fast 1,5 Jahre zusammen war und einige Schüler logischer Weise Partei für die 4 ergriffen haben bzw. versucht haben, das Verhalten der 4 zu verharmlosen.
Ich hatte auch einige Beweise: einen beschmierten und zerstörten Taschenrechner, eine von den 4 ausgefüllte Einladung zum Elternsprechtag in welcher sie mich beleidigten, ich hatte sogar eine Zeugin die bestätigt hat, dass die 4 die Aktionen gegen mich geplant haben usw.

Heute hat der Richter ein Urteil gefällt und die Klage abgewiesen. Die genauer Urteilsbegründung bekomme ich nächste Woche per Post da es über 20 Seiten sind. Ich bin auf die Begründung mal gespannt, denn bereits beim letzten Verhandlungstermin haben die Anwälte der 4 und auch die 4 selbst versucht, das Mobbing zu verallgemeinern und haben gesagt, es sei ja ein allgemeines Klasengeschehen gewesen in dem jeder mal was abbekommen hätte und es sei ja heutzutage so üblich in Schulen und daher sei es ja auch schülertypisches Verhalten der 4 gewesen und es könnte daher ja nicht nur auf die 4 beschränkt werden.
Kurz gesagt: Es sei in Schulen nunmal so und es hätten auch andere Schüler mal dies oder jenes getan und von daher müsse man das so akzeptieren.

Sollte das Gericht in der Urteilsbegründung dieses Argumentation gefolgt sein, wäre das meiner Meinung nach fatal.

Das bedeutet ja, das Schüler die Mobbing erleiden vor Gericht keine Chance hätten weil dieses Mobbing ja im Klassengeschehen und im allgemeinen Sachverhalt untergehen würde !!!!!!!

Ich werde sehr warscheinlich vor dem Oberlandesgericht in Berufung gehen weil ich denke, das so etwas nicht als schülertypisch bezeichnet werden kann!

Außerdem ist das ein Präzedenzfall und es gaht ja nicht mehr nur um mich sondern allgemein um das Recht von Mobbingopfern in der Schule.