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Liebe Mobbinggeplagte,

das zentrale Problem des von dem Mitschülerkreis ausgehende Mobbing ist nur in seltenen Fällen mithilfe der Lehrerschaft lösbar. Die Lehrer sind nur der Kathalysator für die Angriffe der Mitschüler – entweder stärken oder, wenn man Glück hat, schwächen sie die Übergriffe; niemals aber können sie diese vollständig unterbinden.
Der Grund hierfür ist einfach: In jeder nicht nur vorübergehend bestehenden Gruppe – somit auch in der Schulklasse – bildet sich unvermeidbar eine Hierachie. Eine solche Rangordnung wird von den einzelnen Schülern einer Klasse aber in den wenigsten Fällen anerkannt, denn den einzelnen Schüler ist keine Autorität gegeben, sich über einen anderen – ganz gleich welcher Art – zu erheben. Wer sollte auch bestimmen, dass jene oder jener den Ton anzugeben haben. Im Gegenteil: alle Schüler sind gleich!
Trotzdem bilden sich aufgrund besserer Noten, sportlicherer Verfassung, besseren Aussehens oder größerer materieller Ausstattung die unterschiedlichsten Positionen heraus. All diese Bedingungen führen dann doch zu einer „heimlichen“, subtielen Rangordnung.

Ein Mittel, in dieser Rangordnung aufzusteigen, ist nun aber auch das Erniedrigen eines dieser Rangordnung Unterworfenen. Genauso wie es sich mit guten Noten Anerkennung zu erwerben lohnt, kann Achtung in der Gruppe und damit Aufstieg in der Rangordnung mit der Unterdrückung anderer erkauft werden. Es ist deswegen kein Zufall, dass die meisten Mobbingtäter mit keinen anderen Pfunde – wie gute Noten – zur Beförderung ihres Respektes wuchern können.