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Schulignoranz

Ich bin 36 Jahre alt und alleinerziehende Mutter von 9-jährigen Zwillingen.

Seit fast zwei Jahren bin ich der Meinung, dass meine Kinder in der Schule gemobbt werden. Es gibt in unserem Ort eine andere Familie, auch mit Zwillingen, von denen ich Abstand nehme, weil ich in ihr Niveau nicht mit hineingezogen werden möchte. Mehr möchte ich hierzu nicht anführen. Jedenfalls gehen dessen Kinder in die gleiche Schulklasse, wie meine und beschimpfen meine Kinder ständig, sie wären eine Seuche, würden stinken, egal was sie auch anhaben, an allem wird gemeckert, sie wären eklig, es fällt den Beiden täglich etwas Neues ein. Bisher allerdings immer nur verbal. Mehrere Gespräche mit der Klassenleiterin und der Schulleitung haben nichts gebracht. Mir wurde nur gesagt, dass ich mich nicht ständig einmischen sollte, das wären alltägliche Kinderstreitigkeiten. Meine Tochter ist soweit, dass sie tagsüber manchmal in die Hose macht, mein Sohn ist zwar weniger betroffen, nässt nachts ständig ein.

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Lisa das Läusekind

Lisa lebt auf dem Dorf zusammen mit ihrer alleinerziehnden Mutter. Sie geht gerne in die 2. Klasse einer Grundschule, hat Freundinnen, die auch nach der Schule zu ihr kommen und mit ihr spielen. Doch die ländliche Idylle trügt.

Alles war gut, bis zu dem Tag, als bei Lisa Kopfläuse entdeckt wurden. Die Mutter wurde von der Schule schriftlich über die Läuse in Kenntnis gesetzt und aufgefordert, mit der Tochter zum Arzt zu gehen. Die anderen Eltern verboten jeglichen Kontakt ihrer Kinder mit Lisa. Sowohl in der Schule, als auch in der

Freizeit war Lisa plötzlich ausgegrent und allein. Das konnte sie überhaupt nicht verstehen, denn es gab weitere 6 Kinder in der Klasse, die ebenfalls Kopfläuse hatten. In der Schule wurde sie ständig als Läusekind gehänselt und auch die Klassenlehrerin verwendete das Wort.

Lisas Mutter suchte das Gespräch mit der Klassenlehrerin. Der Termin wurde ihr gewährt, doch anstelle der Klassenlehrerin war das ganze Lehrerkollegium anwesend. Sie hatte die Fragen der Lehrer zu beantworten, die hauptsächlich den persölichen Bereich der Mutter betrafen. Nach dem „Verhör“ wurde ihr vorgeworfen, sie sei Schuld daran, dass niemand mehr mit Lisa erwas zu haben wollte. Man hätte den Eindruck, sie käme mit ihrer Situation ( alleinerziehend) nicht zurecht und sei überfordert. Auf Druck der anderen Eltern wurde ein Elternabend einberufen. Thema: Läuse in der 2. Klasse.

Die halbe Elternschaft machte Front gegen die Mutter. Keiner wollte etwas davon wissen, dass Lisa nicht das einzige Kind mit Läusen war. Man verlangte von der Schule, dass das Jugendamt eingeschaltet wird, schließlich liege der Verdacht nahe, dass Lisa völlig verwahrlose und die Mutter sicht nicht fürsorglich kümmere.

Lisa ist jetzt in „Quarantäne“. Keiner will mit ihr reden oder spielen. Die unausweichliche Folge: Sie ist ernsthaft krank geworden und Medikamente helfen kaum. Bis zu den Sommerferien ( noch 7 Wochen) bleibt Lisa zuhause. Danach, so hofft die Mutter, haben sich die Wogen geglättet und Lisa hat wieder Freunde. Ein Antrag auf Hausunterricht wurde von der Schule abgelehnt, das würde nichts bringen. Man sei am überprüfen, ob Lisa überhaupt das Klassenziel erreichen könne oder eine andere Förderung braucht.