Wie entsteht Mobbing ?

Mobbing beginnt harmlos und sein Verlauf ist schleichend. Die Betroffenen nehmen die Gehässigkeiten und dummen Sprüche zuerst auf die leichte Schulter. Niemand will sie wahrhaben. Doch diese Angriffe wachsen sich aus und unterhöhlen das Selbstvertrauen des Opfers. Es verliert zunehmend sein Ansehen in der Schule und wird zur offiziellen Unperson gestempelt Die Mitschülerinnen und – schüler beginnen sich von der oder dem Betroffenen zu distanzieren und unterschlagen Informationen. Schuldzuweisungen, Verbreitung von Gerüchten beginnen. Die/der Gemobbte wird bei Mitschülern und Lehrern angeschwärzt:

1. Angriffe auf die Möglichkeiten, sich mitzuteilen:

  • Anschreien oder lautes Schimpfen.
  • Ständige Kritik an der Arbeit
  • Ständige Kritik am Privatleben
  • Telefonterror
  • mündliche Drohungen
  • schriftliche Drohungen
  • Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten.
  • Kontaktverweigerung durch Andeutungen

2. Angriffe auf die sozialen Beziehungen

  • Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen.
  • Man läßt sich nicht ansprechen.
  • Man wird wie Luft behandelt

3.Auswirkungen auf das soziale Ansehen

  • Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen.
  • Man verbreitet Gerüchte.
  • Man macht jemanden lächerlich.
  • Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
  • Man macht sich über eine Behinderung lustig.
  • Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
  • Man macht sich über das Privatleben lustig.
  • Man macht sich über die Nationalität lustig.
  • Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewußtsein verletzen.
  • Man beurteilt den Arbeitseinsatz in falscher und kränkender Weise.
  • Man stellt die Entscheidungen des/der Betroffenen in Frage.Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach.
  • Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote

4. Angriffe auf die Qualität der Schul- und Lebenssituation

  • Man weist dem Betroffenen keine   Arbeitsaufgaben zu.
  • Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, sodass er sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann.
  • Man gibt ihm sinnlose Arbeitsaufgaben.<BR>\r\nMan gibt ihm Aufgaben weit unter seinem eigentlichen Können.
  • Man gibt ihm ständig neue Aufgaben.
  • Man gibt ihm „kränkende“ Aufgaben.
  • Man gibt dem Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine Qualifikation übersteigen, um ihn zu diskreditieren

5. Angriffe auf die Gesundheit

  • Androhung körperlicher Gewalt.Anwendung Leichter Gewalt, z.B. um jemandem einen „Denkzettel“ zu verpassen.
  • Körperliche Misshandlung
  • Man verursacht Kosten für den/die Betroffene, um ihm/ihr zu schaden.
  • Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz des/der Betroffenen an.
  • Sexuelle Handgreiflichkeiten

6. Wer gegen wen ?

  • Übergriffe von Mitschülern (= Mobbing auf der selben Ebene)
  • Den Angriffen liegt eine persönliche Feindschaft zugrunde.
  • Mobbing aus Zeitvertreib.
  • Man lässt seine Spottlust/Unwillen an sozial Schwächeren aus
  • Andersartigkeit (Geschlecht, Rasse, Behinderung, …)
  • Die Angreifer lassen ihre Gründe im dunklen. Opfer reagieren darauf verwirrt, was die Mitschüler wiederum belustigt

Die Mobbing Handlungen sind teilweise entnommen aus dem Buch
„Mobbing“ von Heinz Leymann Copyright © 1993 by Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek