Diabetiker

Bei uns ergibt sich folgendes Problem.Mein Sohn ist Diabetiker(4.Klasse) und wird in der Schule wegen des Diabetes geärgert von Mitschülern.
Beim Elternabend habe ich gesagt das mein Sohn dieses Jahr nicht mit auf Klassenfahrt kann wegen seines Diabetes.Die Klassenfahrten vorher war mit der Lehrerin abgesprochen dass sie drauf achtet dass mein Sohn sich Insulin gibt wenn er es braucht oder das sie auf den Blutzucker achtet.Sie wollte dies tun.Unter der Voraussetzung ließ ich mein Sohn mitfahren.Ich kann leider nicht mitfahren weil ich noch ein Kind mit Diabetes habe und mein Mann arbeitet.

Bei der Klassenfahrt in der 2.Klasse (2Tage) hat mein Sohn sich nicht einmal Insulin gespritzt und kam mit einem dementsprechend hohen Blutzucker nach hause.Bei der Ankunft fragte ich die Lehrerin ob alles gut gelaufen sei.Sie sagte ja.Zu hause habe ich dann die Bescherung gesehen.Und dann gleich mit der Lehrerin gesprochen.Sie sagte sie hätte meinen Sohn dran erinnert aber nicht kontrolliert.
Naja bei der Fahrt in der 3.Klasse versprach sie mir das auch zu kontrollieren.Als ich ihr das mit dem Diabetesumgang nochmal erklären wollte sagte die zu mir sie kann sich darum nicht kümmern da fährt eine Mutti mit die für die kranken Kinder zuständig ist.Da war ich sauer habe aber zum Wohle meines sohnes nichts anmerken lassen und mit der Mutter geredet.Da hat es auch super geklappt.
Jetzt geht es darum das die Klasse 5 Tage an die Ostsee fährt und ich nicht der Mutter die Verantwortung geben möchte dafür. Also fährt er nicht mit. Dies sagte ich beim Elternabend auch.


Am nächsten Tag rief mein Sohn mich aus der Schule mit dem Handy an,  dass er von Mitschülern geärgert wurde mit den Worten „Wegen deines Scheißdiabetes fahren wir nicht an die Ostsee du Scheiß Diabetiker“
Da solche Vorkommnisse schon öfter waren aber mein Sohn mich gebeten hat nichts zu sagen, aber an diesen Tag bat er mich einzugreifen. Also habe ich eine E-Mail an die Lehrerin geschrieben sie solle das bitte klären. Ich schrieb ihr auch die Namen der Kinder die meinen Sohn ständig ärgern.
Am nächsten Schultag kam mein Sohn ganz fertig nach Hause und erzählte mir dass kein Kind es zugab. Er wurde von der Lehrerin im Morgenkreis bloßgestellt, jedes Kind durfte meinem Sohn sagen was ihm an meinem Sohn nicht gefällt (mein Sohn durfte nichts dazu sagen) und von der Lehrerin wurde ihm noch auf dem Weg gegeben er solle mir nicht alles sagen sonst bin ich auf die Klasse 4 a sauer.

( Stellen wir uns mal vor, die Eltern machen einen „Morgenkreis“ beim Elternabend und jeder darf sagen, was ihm an der Lehrerin nicht gefällt. Sie darf sich nicht rechtfertigen!)

Dieser Vorgang wurde mir auch von einer Mutter bestätigt die mich am Abend anrief. Ihre Tochter gestand ihr dabei gewesen zu sein als mein Sohn als Scheiß Diabeteiker beschimpft wurde.

Da reichte es mir und ich machte einen Termin mit der Direktorin.Von der bekam ich die Antwort das manche Kinder es vertragen wenn im Morgenkreis mit ihnen so gesprochen wird und manche nicht.Ich sagte ihr dass mein Sohn da blossgestellt wird obwohl er das Opfer dieser Aussage ist.Leider ist nix passiert. Mit der Lehrerin war kein Gespräch möglich. Beim letzten Elternabend habe ich die Lehrerin drauf angesprochen was das sollte.Sie war natürlich die Unschuld in Person.Da hat es mir gereicht.Da bin ich dann laut geworden.
Daraufhin war jetzt am Montag wieder ein Gespräch mit der Direktorin und der Lehrerin.Das Ende vom Lied sie sagte zu mir sinngemäß wenn ich nicht Ruhe gebe sollte mein Sohn die Schule verlassen.Ich hatte zeit mir das bis heute zu überlegen.
Die Kinderärztin riet mir meinen Sohn sofort aus der Schule zu nehmen.Das teilte ich der Direktorin mit.Die Lehrerin der Parallelklasse würde meinen Sohn auch aufnehmen.Sie würde sich wirklich drum kümmern.
Aber das blockt die Direktorin ab.Die Kinder der klasse würden das nicht verstehen.

Ist das rechtens was da abgeht?Darf eine Lehrerin meinen Sohn bloßstellen und darf die Direktorin das tolerieren?
Gibt es da eine rechtliche Handhabe dass mein Sohn auf der Schule bleiben kann aber die Klasse wechselt?

Stellungnahme

1. Die Fragestellung „Ist das rechtens was da abgeht?Darf eine Lehrerin meinen Sohn bloßstellen und darf die Direktorin das tolerieren?“ ist so nicht möglich. Es gibt kein Gesetz, das bloßstellen verbietet und ebenso kein Gesetz, das der Direktorin vorschreibt, das NICHT zu tolerieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass man das hinnehmen muss. Es ist pädagogisch wenig sinnvoll und garantiert nicht zum Wohle des Kindes. Auch ihr Kind hat eine Würde und die wird ständig verletzt.
Es gibt den Weg der Beschwerde, der im Endeffekt  aber in diesem Fall vermutlich wenig bringt.

2. Gibt es da eine rechtliche Handhabe dass mein Sohn auf der Schule bleiben kann aber die Klasse wechselt?
Klassenwechsel geht nicht einfach so. Wenn die Schule nicht will ..   Und was soll dadurch besser werden? Der Kopf der Schule ist immer noch derselbe und auch die Kinder.
Bitte seien Sie nicht so blauäugig zu glauben, dass sich durch einen Klassenwechsel viel ändert. Wohnort =Schulort Es greift die sog. Schulbezirksregelung und wer in welche Klasse geht bestimmt die Schulleitung.

3. Einen Schulwechsel kann die Schule nicht so ohne weiteres erzwingen. Dazu notwendig ist ein mehrstufiges Verfahren und gravierende Verstöße Ihres Kindes gegen die Schulordnung oder das Schulgesetz. Beides ist nicht der Fall. Umgekehrt, Sie können schon, aber auch das ist nicht ganz einfach.

4. Ihre Kinderärztin hat durchaus Recht. Es sieht so aus, als wäre das der bessere Weg. Es ist offensichtlich, dass man Ihren Sohn loshaben möchte. Nächster Schritt der Schule wird eine Überprüfung auf Förderbedarf L oder E sein.