Archiv der Kategorie: Schüler

Hier kommen Schüler zu Wort

Juragirl

Ich wurde selbst 13 Jahre gemobbt und bin dabei mich, endlich zu einer Therapie durch zu ringen.

Letztes JAhr habe ich über meine Erlebnisse und die Erfahrungsberichte anderer ein Buch geschrieben, in dem es um ein Mädchen geht, das Opfer von Mobbing wird und nochts dagegen tun kann. Es beginnt schleichend´mit Lästereien, dem zerstören von Sachen und Augrenzen, geht weiter mit Beleidigungen und endet mit brutaler Gewalt´, die bei den Opfern mit Gegengewalt erwidert wird, denn wem selbst nie Mitleid widerfahren ist, der kann auch kein Mitleid empfinden.

Als ich in der fünften Klasse war, wurde in Deutsch das Thema Fabel durch genommen. Ein Mädchen aus meiner Klasse hat eine Fabel geschrieben, die ungefähr so ging:

In einer Schule gibt es mehrere Jungs, die immer Terror machen. Wenn sie auf dem Flur erscheinen, gehen alle Kinder weg. Nur ein Junge stellt sich den Tyrannen in den Weg. Der Junge wird die Treppe runter gestoßen und so schwer verletzt, dass er im Rollstuhl sitzen muss. Nun rollt er immer schnell weg, wenn die Jungs auf dem Schulhof erscheinen.

Im Religionsunterricht wurde mir folgende Geschichte von der Lehrerin

erzählt:

Ein Mann hatte einen gut gehenden Laden. Der Nachbar war neidisch und verbreitet fiese Gerüchte über den Mann. Durch die Gerüchte wird das Geschäft des Mannes ruiniert. Er wird krank und muss sterben. Am Sterbebett fragt der Nachbar, was er tun kann. Der Mann sagt „Geh auf den Kirchturm, zerreiß ein Kissen und verteile die Federn in alle Richtungen!“ Der Nachbar, der die Gerüchte verbreitet hat, tut das auch. Er geht wieder zum Sterbebettdes Nachbarn und sagt, dass er getan hat, was der Mann von ihm verlangt hat. Der im Sterben liegende Mann sagt „Und jetzt sammel die Federn wieder ein!“ Der Nachbar sagt „Das kann ich nicht!“. Der Mann sagt „Siehst du. So wie du die Federn verteilt hast und nicht mehr einsammeln kannst, hast du die Gerüchte verbreitet und kannst sie nicht mehr einsammeln!“ und stirbt.

Scham

Hi!

Zuallererst finde ich es toll, dass es diese Initiative gibt und Menschen, die helfen wollen und sich die Probleme anderer anhören!

Ich möchte ich dir meine Geschichte erzählen, einfach um es mir mal von der Seele zu reden, nicht wegen einer tollen Antwort, ich erwarte gar nichts. Das wäre das erste Mal, dass ich die Sache überhaupt jemandem anvertraue, meine Scham war immer zu groß.

Heute bin ich 21 Jahre und habe das Mobbing aus der Vergangenheit noch nicht richtig verdaut. Ich denke so gut wie jeden Tag daran und versuche, mich selbst zu stärken und zu wachsen.

Also, ich denke, bis zur 6. oder 7. Klasse war ich ein ganz normales, glückliches Mädchen. Ich war immer sehr lebhaft, spontan, ehrlich, direkt und so weiter. Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich ab und zu ein wenig geärgert wurde von Freunden oder der Familie, das war einfach harmloses Sich-Lustigmachen.

Es ging los in der 7. Klasse. Ein Typ aus meiner Klasse, der „Coolste“, der Größte und somit auch der Anführer der Klasse, hatte es auf mich abgesehen. Sicherlich hat es harmlos angefangen, ich kann mich nicht erinnern. Jedenfalls schien ich sehr empfänglich dafür zu sein und habe mich nicht gewehrt, sondern die Worte ignoriert. Jedoch war mir die Sache extrem peinlich und unangenehm. Das merkten die Typen ganz bestimmt. Ich wurde in allen Pausen und auch im Unterricht gemobbt. Zum Teil hat er mich auch physisch angegriffen, leichte Schläge auf den Rücken. Aber (vielleicht dummerweise) nie besonders schlimm. Das weitaus Schlimmere waren tatsächlich die Worte. Ich weiß, dass ich dadurch, dass ich so verängstigt war, unglaublich ruhig und schüchtern wurde. Ich traute mir überhaupt nichts mehr, sondern wollte einfach verdammt unsichtbar sein, sodass mich niemand mehr sehen, also mobben konnte. Dauernd wurde ich in die Presche genommen, nachgeahmt, mir wurden häßliche Begriffe an den Kopf geworfen usw. Ich bin mir ziemlich sicher, einige Lehrer haben etwas bemerkt, aber gemacht hat nie nie jemand etwas. Und irgendwie war mir die ganze Sache auch extrem unangenehm vor den Lehrern! Ich wollte nicht einmal, dass ich vor ihnen schlecht dastehe. Zu dieser Zeit ging es meiner Mutter nicht besonders gut, und ich weiß, dass ich sie die ganze Zeit einfach nur aufmuntern wollte. Ich hatte tierische Angst, dass sie krank wäre und dachte, wenn ich alles mache, immer ein fröhliches Gesicht habe und mich zu hundert Prozent aufopfere, geht es ihr besser. Egal, wie schlimm es war in der Schule, zuhause ließ ich mir nie etwas anmerken. Ganz im Gegenteil, ich hatte wahnsinnige Angst, irgendwer könnte es herausfinden. Denn die eigentliche Waffe, die dieser gräßliche Typ hatte, war meine Scham. Meine riesige Scham, was würden meine Eltern und Geschwister denn denken, wenn sie wüssten, was hier eigentlich passiert. Und damit einhergehend die Überzeugung, ich wäre es nicht wert, gemocht zu werden. Ich hätte das alles verdient, wäre ein minderwertiger Mensch. Das ganze fraß mich von innen auf, nach außen ignorierte ich diese Scheiße, aber die Worte, tagtäglich ausgesprochen und gehört, zerstörten mich innerlich. Und ich begann, zu glauben.

Ich hatte zu dieser Zeit nur noch eine einzige Freundin und zusammen waren wir die „Super-Außenseiter“, der Bodensatz der Klasse. Ich konnte mir das nie richtig eingestehen, das war im Nachhinein vielleicht der größte Fehler meinerseits. Jeden Tag nahm ich mir vor, heute ganz „Ich-Selbst“ zu sein, dann würden die anderen schon sehen, was in mir steckt- denn ich konnte nie glauben, WIRKLICH der Außenseiter zu sein. Wie konnte es dazu kommen? Was konnte ich tun? Ich war immer davon überzeugt, eigentlich ganz aushaltbar zu sein, das machte alles nur noch schlimmer. Ich traute mir überhaupt nichts mehr. Meine Eltern sind damals wie heute davon überzeugt, dass es einfach nur die Pubertät war, was da mit mir passierte, ich habe ihnen nie die Wahrheit erzählt. „Freundinnen“ war das absolute Folterwort in dieser Zeit, denn die hatte ich nicht. Einfach ständig war ich bemüht, mich einzuschmeicheln bei den beliebten Mädels der Klasse und hinterherzulaufen wie ein Hündchen, ich wollte ebenfalls beliebt sein. Gleichzeitig war ich aber so unsicher und verängstigt und verschüchtert und ruhig, dass es nie dazu kam. Wahrscheinlich waren alle ganz froh, dass jemand in der Klasse in diesen Schuhen steckte und im Fokus der fiesen Typen stand, damit keiner von ihnen an der Reihe war. Ich weiß, dass ich jedes beliebte Mädchen schlechthin vergötterte, alles was sie taten, war per se richtig und witzig und toll. Alles was ich war, war langweilig und öde und uninteressant. In dieser Zeit, das muss ich ehrlich zugeben, hatte ich nicht grade die Erscheinung einer Grazie – Haare, Brille, Klamotten naja. Aber trotzdem, eine Frage ist geblieben. WARUM zum Teufel ICH?

Ich habe auch heute, 4 Jahre später, noch das Gefühl, die ganze Situation ist nicht richtig zu mir durchgesickert. Zum Beispiel habe ich damals nie heimlich geweint, hab mich geritzt oder hatte Selbstmordgedanken. Niemals. Ich war nie bewusst total fertig, oder vielleicht habe ich diese Wut einfach nie ausgelebt. Aber ich habe heute noch extrem daran zu knabbern und große Schwierigkeiten, soziale Kontakte aufzubauen, fühle mich nicht gut genug usw.

Danke, dass ich dir davon erzählen durfte. Schon jetzt geht es mir besser!! Danke!

Seifen Peter

Bei Peter wurde ADHS diagnostiziert als er 5 Jahre alt war. Er ist in medizinischer Behandlung und wird mit Medikamenten „eingestellt“. Die Einschulung in eine normale Grundschule wollen die Eltern nicht. Ihnen wird von einer Psychologin geraten, ihn in eine Förderschule für Lern- und Erziehungshilfe zu geben.

Fortsetzung:

Peter ist seit einem Jahr in einer Schule für Erziehungshilfe und seit mehreren Monaten erleidet er ein unbeschreibliches Martyrium. Täglich wird er von seinen Mitschülern gehänselt und gequält. Er wird herumgeschubst und geschlagen. Seine Schulsachen werden systematisch zerstört oder sie verschwinden einfach. Seine anfänglichen Versuche sich zu wehren gab Peter ziemlich schnell auf. Er ist körperlich unterlegen und gegen seine Mitschüler hat er keine Chance.

Die Lehrer sehen in ihm ein uneinsichtiges aggressives Kind, das zur Raison gebracht werden muss. Dafür habe sie spezielle Methoden:

1. Einsperren in einen Raum ohne Fenster, mehrere Stunden
2. Kalte Dusche unter dem Waschbecken – damit das erhitzte Gemüt abkühlt
3. Ein Stück Seife in den Mund stecken

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Lisa das Läusekind

Lisa lebt auf dem Dorf zusammen mit ihrer alleinerziehnden Mutter. Sie geht gerne in die 2. Klasse einer Grundschule, hat Freundinnen, die auch nach der Schule zu ihr kommen und mit ihr spielen. Doch die ländliche Idylle trügt.

Alles war gut, bis zu dem Tag, als bei Lisa Kopfläuse entdeckt wurden. Die Mutter wurde von der Schule schriftlich über die Läuse in Kenntnis gesetzt und aufgefordert, mit der Tochter zum Arzt zu gehen. Die anderen Eltern verboten jeglichen Kontakt ihrer Kinder mit Lisa. Sowohl in der Schule, als auch in der

Freizeit war Lisa plötzlich ausgegrent und allein. Das konnte sie überhaupt nicht verstehen, denn es gab weitere 6 Kinder in der Klasse, die ebenfalls Kopfläuse hatten. In der Schule wurde sie ständig als Läusekind gehänselt und auch die Klassenlehrerin verwendete das Wort.

Lisas Mutter suchte das Gespräch mit der Klassenlehrerin. Der Termin wurde ihr gewährt, doch anstelle der Klassenlehrerin war das ganze Lehrerkollegium anwesend. Sie hatte die Fragen der Lehrer zu beantworten, die hauptsächlich den persölichen Bereich der Mutter betrafen. Nach dem „Verhör“ wurde ihr vorgeworfen, sie sei Schuld daran, dass niemand mehr mit Lisa erwas zu haben wollte. Man hätte den Eindruck, sie käme mit ihrer Situation ( alleinerziehend) nicht zurecht und sei überfordert. Auf Druck der anderen Eltern wurde ein Elternabend einberufen. Thema: Läuse in der 2. Klasse.

Die halbe Elternschaft machte Front gegen die Mutter. Keiner wollte etwas davon wissen, dass Lisa nicht das einzige Kind mit Läusen war. Man verlangte von der Schule, dass das Jugendamt eingeschaltet wird, schließlich liege der Verdacht nahe, dass Lisa völlig verwahrlose und die Mutter sicht nicht fürsorglich kümmere.

Lisa ist jetzt in „Quarantäne“. Keiner will mit ihr reden oder spielen. Die unausweichliche Folge: Sie ist ernsthaft krank geworden und Medikamente helfen kaum. Bis zu den Sommerferien ( noch 7 Wochen) bleibt Lisa zuhause. Danach, so hofft die Mutter, haben sich die Wogen geglättet und Lisa hat wieder Freunde. Ein Antrag auf Hausunterricht wurde von der Schule abgelehnt, das würde nichts bringen. Man sei am überprüfen, ob Lisa überhaupt das Klassenziel erreichen könne oder eine andere Förderung braucht.

Zukunft der Gemobbten

Hi ich machs kurz bin einer der vielen der gemobbt wird :-(, aber habe mich mittlerweile so daran gewöhnt das es mir egal ist ich will bloß nicht in einem halben Jahr wieder in der Situation sein wenn ich auf eine Weiterführende Schule gehe. Ich denke ich weiß schon ziemlich gut, wie Mobber gezielt ihr Opfer aussuchen. Z.B Wenn man kein gutes Selbstbewusstsein hat, doch außer dem Selbstbewusstsein gibt es sicher noch andere Tipps den Mobbern aus dem Weg zu gehen oder es gar nicht soweit kommen zu lassen.

Danke im Voraus

Mfg anonym