In
der Folgezeit berichtete das Kind, bei dem gleichen Lehrer würde er
immer wieder aus dem Unterricht geschickt, der Lehrer hätte ihn als
Dreckschwein beschimpft und getreten. Die Mutter hielt sich erstmal
zurück, da sie schon unzählige Gespräche mit Lehrern geführt hatte,
jedoch sich immer wieder rauskristallisierte, dass man ADHS einfach
nicht akzeptieren will und erst recht nicht an Lösungskonzepten
Schüler-Schule-Eltern interessiert ist, da das wohl zusätzliche Arbeit
bedeutet. Die Mutter befindet sich zur Zeit in einer zum
Lebensunterhalt erforderlichen wichtigen Weiterbildung und hat noch ein
jüngeres und älteres Geschwisterkind, bei denen sich die Schullaufbahn
als unkompliziert bezeichnen lässt.
Am 14.01.2008 ereignet sich folgender Vorfall:
Die
Kindesmutter befindet sich in der Weiterbildung, als der Lehrer von der
Regionale Schule Wörth, Herr Koch, anruft um ihr mitzuteilen er habe
mit Markus ein Problem, weil dieser sich nicht an Regeln hält. Kurze
Zeit später ruft die Mutter ihren Sohn, in dessen Unterricht, auf dem
Handy an um nachzuforschen. Sie hört einen riesigen Tumult in der
Klasse und der Sohn schreit nur: Mama den Herrn Koch nimmt hier keiner
ernst, der zeigt uns hier voll den Porno. Nach genaueren Nachfragen,
sieht die Mutter sich gezwungen ihren eigenen Unterricht abzubrechen,
fährt in die Schule und redet auf dem Parkplatz mit ihrem Sohn und
weiteren Kindern. Insgesamt sprudelt aus den Kindern(ca. 15) folgendes
raus: Alles, was Markus mit Herrn Koch widerfahren ist, wird von
einzelnen Kindern bestätigt und dann sagt ein Kind, Herr Koch hat auch
schon gesagt, er geht in die Moschee und spuckt auf den Boden, ein
weiteres Kind: Herr Koch hat schon öfter Kinder getreten, ein anderes
Kind: Herr Koch hat auch gesagt, Juden sind schlecht und gehören alles
ins Gefängnis, ein anderer Schüler: Herr Koch ist sowieso gemein, erst
sagt er, wenn die Sonne blendet, sollen wir uns die rechte Hand vors
Gesicht heben und mit 2 Fingern der linken Hand unter der Nase kratzen,
wenn wir es dann tun, behauptet er wir hätten einen Hitlergruß gemacht.
Die Mutter ist entsetzt und weist die Kinder darauf hin, dass diese
Behauptungen schwerwiegend sind und vergewissert sich nochmals, dass
alles den Tatsachen entspricht. Die Kinder bestätigen dies.
Jetzt kommt die Lawine ins Rollen:
Im
anschließenden Gespräch mit Konrektorin der Regionale Schule Wörth und
betroffenem Lehrer wird der Mutter gegenüber alles abgestritten. Sehr
zum Erstaunen der Mutter, weiß der Lehrer zwar zu allem etwas zu sagen,
nur stellt er alle Situationen zu seinen Gunsten hin. Der Mutter wird
eingeredet, ihr Kind habe eine falsche Wahrnehmungsaufnahme aber man
sei doch so stolz auf ihn, weil er den Klassenlesewettbewerb gewonnen
habe und die Mutter soll ihrem Sohn dies nochmals ausdrücklich
ausrichten. Nachmittags informiert die Mutter die
Schulaufsichtsbehörde, nachdem ihr Sohn ihr schildert, der Porno sei
ein Film auf Kassette, von dem Fernsehsender neun live gewesen und
darin haben sich Frauen befummelt und eine Frau habe der anderen die
Finger in die Muschi gesteckt. Die Mutter von Markus, hält Rücksprache
mit einer weiteren Mutter, die ihr telefonisch bestätigt, ihr Sohn sei
in Tränen ausgebrochen, als sie mit ihm darüber gesprochen hat, weil er
solche Dinge, wie in dem Film geschehen, normalerweise nicht
ausspricht. Am nächsten Tag ruft Markus seine Mutter wieder im
Unterricht an, der Schulleiter der Regionale Schule Wörth habe ihn,
ohne Einhaltung des Persönlichkeitsabstandes, angeschrieen und mit
Anzeige gedroht. Die Mutter fährt mit ihrem Sohn zur Polizei und
erstattet gegen Herrn Koch Anzeige, wegen Körperverletzung,
Freiheitsberaubung, Beleidigung und Kindesmissbrauch, antisemitischer
Äußerungen. Nachmittags wird sie vom Schulleiter Herrn Paul, auch im
Auftrag der Schulaufsichtsbehörde, angerufen, sie solle sich für den
nächsten Tag eine neue Schule suchen. Die Mutter lehnt dies kategorisch
ab. Die Konrektorin fragt die Mutter ob sie dies ihrem Sohn wirklich
antun will. Was auch immer dies heißen soll, für die Mutter hört sich
das nach einer Drohung an. Von der Polizei werden lt. späterer
Akteneinsicht nur 2 Kinder verhört und das Verfahren gegen Herrn Koch
wird von der nach nur ca. 10 Tagen eingestellt. Stattdessen erhält der
13-jährige Markus eine Anzeige lt. Polizei, von Amts wegen, wegen
Vortäuschung einer Straftat. Das Verfahren wird ebenfalls innerhalb von
2 Wochen eingestellt, da das Kind aufgrund des Alters nicht strafmündig
ist. Die Mutter hat zwischenzeitlich über Empfehlung der EMGS einen
Anwalt beauftragt. Am 24.01.08, also 10 Tage nach diesem Vorfall, teilt
die Schule der Mutter mit, dass aufgrund der Anschuldigungen gegen den
Lehrer, der Schulausschluss auf Dauer angedroht und lt.
Konferenzbeschluss ein sonderpädagogisches Überprüfungsverfahren
eingeleitet wird. Der Anwalt des Kindes legt Widerspruch gegen den
Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft und gegen die Androhung des
Schulausschlusses ein. Der EMGS liegen zwischenzeitlich schriftliche
Zeugenaussagen von Mitschülern vor, welche die Vorwürfe gegen die
Lehrkraft –Herr Koch- bestätigen.
Bezüglich des Verfahrens zur
Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarf mussten wir mit
Erstaunen feststellen, dass der erste Termin für das sonderpädagogische
Überprüfungsverfahren bereits für den 29.02.2008 bestimmt wurde,
obwohl, nach unseren Erfahrungen, mit sehr viel längeren Wartezeiten zu
rechnen ist.
Es scheint fast, so als ob die Regionale Schule Wörth
das Kind so schnell wie möglich von der Schule verweisen möchte.
Allerdings wurden bereits bei Beantragung der Überprüfung auf
sonderpädagogischen Förderbedarf Verfahrensfehler begangen, so dass
davon auszugehen ist, dass alleine schon dadurch dieses Verfahren
rechtswidrig ist.
Der anberaumte Termin zur Überprüfung musste
jedoch aufgrund ärztlicher Krankschreibung wegen psychischen
Beschwerden von Markus, verursacht durch gezielte Mobbingattacken in
der Schule, verschoben werden. So steht beispielsweise kurz nach der
erstatteten Strafanzeige gegen den Lehrer auf dem Ablagekasten von
Markus: „Fuck you Markus“. Obwohl Markus während der Unterrichtszeit
ständig vor diesem Ablagekasten sitzen muss, ist die Schule nicht in
der Lage diesen zu ersetzen.